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Sparquote privater Haushalte in Deutschland 1992-2006

Die Sparquote ist ein volkswirtschaftlicher Begriff und gibt bezogen auf private Haushalte den Anteil des verfügbaren Einkommen wieder, den diese in Form von Ersparnissen zur Seite legen. Darüber hinaus gibt es noch eine so genannte gesamtwirtschaftliche Sparquote, welche die Ersparnisse einer gesamten Volkswirtschaft als Anteil an ihrem Bruttoinlandsprodukt ausweist, die aber hier nicht näher betrachtet werden soll.

Sparquote = verfügbares Einkommen - Konsumquote

Ausgehend von der Tatsache, dass die notwendigen Lebenshaltungskosten eines privaten Haushaltes in ihrer Höhe unabhängig vom verfügbaren Einkommen sind, lässt sich festhalten, dass die Sparquote einzelner Haushalte umso stärker steigt, je höher deren verfügbares Einkommen ist. Im Umkehrschluss gibt es eine Einkommensgrenze, unterhalb derer ein Haushalt gar nicht sparen kann, sondern zum so genannten Entsparen greifen muss, indem er einen Kredit aufnimmt, um seine Lebenshaltung finanzieren zu können. Ein solches Verhalten steigert natürlich das gesamte Kreditvolumen der Privathaushalte.

Darüber hinaus geht man davon aus, dass in wirtschaftlich schlechteren Zeiten die privaten Haushalte ihre Sparquote erhöhen, wohingegen sie sie in wirtschaftliche guten Zeiten herunterfahren. Die Gründe dafür sind psychologischer Natur und zum Beispiel in der Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes oder der Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung zu suchen.

Ein weiterer Grund für einen Anstieg der Sparquote kann man besonders in Deutschland darin suchen, dass Arbeitnehmer zunehmend privat fürs Alter vorsorgen müssen, etwa in Form der Riester Rente oder der Basisrente.

Die grafische Darstellung der Sparquote privater Haushalte in Deutschland für die Jahre 1991 bis 2006 sowie die Basisdaten und Berechnungen in tabellarischer Form finden Sie nachfolgend:

Sparquote deutscher Privathaushalte in Prozent des verfügbaren Einkommens

Sparquote privater Haushalte in Deutschland

Quelle: Deutsche Bundesbank

Jahr Sparquote
absolut
Veränderung gegenüber
Vorjahr in Prozent
Veränderung kumuliert
in Prozent
1991 12,90% 0,00% 0,00%
1992 12,70% -1,55% -1,55%
1993 12,10% -4,72% -6,30%
1994 11,40% -5,79% -12,40%
1995 11,00% -3,51% -16,67%
1996 10,50% -4,55% -21,82%
1997 10,10% -3,81% -26,67%
1998 10,10% 0,00% -27,72%
1999 9,50% -5,94% -33,66%
2000 9,20% -3,16% -38,95%
2001 9,40% 2,17% -38,04%
2002 9,90% 5,32% -31,91%
2003 10,30% 4,04% -26,26%
2004 10,40% 0,97% -24,27%
2005 10,50% 0,96% -23,08%
2006 10,50% 0,00% -22,86%

Insgesamt können wir für den betrachteten Zeitraum einen Rückgang der Sparquote um fast 23 Prozent beobachten. Die Erklärung der Ursachen dieses Rückgangs bedarf allerdings weiterer Detailanalysen, die wir an anderer Stelle fortsetzen werden. Als Gründe kann zum Beispiel die steigende Anzahl der Haushalte angeführt werden, die aufgrund zu niedriger Einkommen überhaupt nicht mehr in der Lage sind, Geld zu sparen, sondern die ihre Lebenshaltungskosten nur noch decken können, indem sie einen Kredit aufnehmen.

 

 

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