Wie vergleicht man Tagesgeld-Konditionen richtig?
Tagesgeldkonten setzen sich zunehmend als Alternative zu den bisher dominanten Sparbüchern und Sparbriefen durch. Angesichts der hohen Zinsen, die den Anlegern dabei geboten werden, ist dies auch nicht verwunderlich. Doch nicht immer ist es Tagesgeldkonto mit dem höchsten Zinssatz, welches für den Sparer am besten geeignet ist. Vielmehr hängt die Attraktivität eines solchen Kontos von zwei Faktoren ab, die da wären:
- anzulegende Summe
- geplanter Anlagezeitraum
Nur wer diese beiden Faktoren beim Vergleich der Tagesgeld-Konditionen berücksichtigt, kann das für seine eigenen Bedürfnisse optimale Tagesgeldkonto finden. Lassen Sie uns das ganze an zwei Beispielen durchgehen.
Anlagesumme
Ein Anleger will 50.000 Euro auf einem Tagesgeldkonto anlegen. Er hat dabei die Wahl zwischen Anbieter A, welcher ihm 4,05 Prozent auf das gesamte Guthaben bietet, und Anbieter B, welcher ihm 4,50 Prozent für die ersten 25.000 Euro und 2,50 Prozent für die übrigen 25.000 Euro bietet. Auf den ersten Blick erscheint Anbieter B besser, da er ja den höheren Tagesgeldzins bis 25.000 Euro bietet. Erst bei genauerem Hinschauen erkennt man, dass es in Wirklichkeit genau umgedreht ist. Während der Durchschnittszins für die anzulegenden 50.000 Euro bei Anbieter A 4,05 Prozent beträgt, kann Anbieter B hier nur (4,50 Prozent x 25.000 + 2,50 Prozent x 25.000) / 50.000 = 3,50 Prozent bieten. Sie sehen also, es ist wichtig, die anzulegende Summe bei der Auswahl eines geeigneten Tagesgeldkontos zu berücksichtigen. Ebenso wichtig ist es aber, den Anlagezeitraum in seine Betrachtungen einzubeziehen, wie unser zweites Beispiel zeigt.
Anlagezeitraum
Nicht alle Banken bieten unbegrenzt lange attraktive Zinsen auf ihre Tagesgeldkonten. Von daher ist es wichtig, nicht nur die Anlagesumme, sondern auch den Anlagezeitraum beim Vergleich zu berücksichtigen. Auch hier gehen wir das ganze wieder an einem Beispiel durch. Unser Anleger will 50.000 Euro über mindestens 12 Monate auf einem Tagesgeldkonto anlegen und hat wieder die Wahl zwischen zwei Anbietern. Beim Tagesgeldkonto von Anbieter A bekommt er wieder 4,05 Prozent zeitlich unbegrenzt, während ihm Anbieter B 4,50 Prozent für die ersten sechs Monate und 2,50 Prozent für die darauf folgenden Monate anbietet. Der durchschnittliche Tagesgeldzins beträgt bei Anbieter A also 4,05 Prozent und bei Anbieter B (4,5 Prozent x 6 Monate + 2,50 Prozent x 6 Monate) / 12 Monate = 3,50 Prozent. Auch hier ist es nicht das auf den ersten Blick höher verzinste Angebot, welches besser abschneidet.
Diese beiden vereinfachten Beispiel sollen Sie dafür sensibilisieren, beim Vergleich von Tagesgeldkonten auf die Details zu achten und nicht nur auf den Zins, mit welchem geworben wird. Der durchschnittliche Tagesgeldzins für die anzulegende Summe und den Anlagezeitraum sollten die Kriterien sein, nach denen ein Tagesgeldkonto ausgewählt wird. Wenn Sie mit diesem Basiswissen die Angebote unseres Tagesgeldvergleichs betrachten, werden auch Sie in kürzester Zeit das am besten zu Ihnen passende Tagesgeldkonto finden:
Für Festgeld gelten im übrigen dasselben Faktoren, anhand derer Sie wirklich geeignete Angebote erkennen können. Eine Auswahl empfehlenswerter Festgeldkonten finden Sie auf der folgenden Seite:
