Wie sicher sind verschiedene Formen der Geldanlage?
Für viele Sparer und Anleger ist Sicherheit ein wichtiger Aspekt bei der Auswahl der in Frage kommenen Spar- und Anlageformen. Der Frage, wie sicher verschiedene Anlageformen sind, gehen wir daher auf dieser Seite einmal genauer nach:
Anleihen
Durch den Kauf einer Anleihe oder Inhaberschuldverschreibung erhält der Herausgeber, der so genannte Emittent, einen Kredit. Bei Zahlungsunfähigkeit des Herausgebers, besteht das Risiko, dass der Anleger sein Geld ganz oder teilweise verliert. Bei Bankpleiten sind Anleihen nicht vom Einlagensicherungsfonds abgedeckt. In Krisenzeiten stehen deshalb Anleihen guter Schuldner hoch im Kurs, z. B. Bundeswertpapiere. Wegen der sich trübenden Konjunkturaussichten gelten jedoch viele Unternehmensanleihen als weniger sicher.
Aktien
Von den Turbulenzen an den Börsen und den damit verbundenen Verlusten sind derzeit am stärksten Aktien der Finanzbranche betroffen. Anleger, die breit gefächerte Aktienfonds haben, sollten jetzt aber nicht übereilte Verkäufe tätigen. Wer in der Finanzbranche investiert hat, sollte Maßnahmen ergreifen, die größere Verluste verhindern.
Dagegen nutzen risikofreudige Anleger den Abwärtstrend, um in das Aktiengeschäft einzusteigen. Wobei auch hier Vorsicht geboten ist.
Fonds
Investmentfonds sind Sondervermögen und somit vor einem Konkurs der Fondsgesellschaft oder einer Pleite der dahinter stehenden Bank geschützt. Jedoch kann der Preis der Fondsanteile purzeln, wenn die Kurse der Wertpapiere in dem Fondsportfolio fallen. Dies ist nicht nur bei Aktienfonds der Fall, sondern auch bei Immobilienfonds, den derzeit so beliebten Dachfonds oder Rentenfonds, da diese Papiere kaufen, hinter denen Immobilienkredite oder andere Darlehensgeschäfte stecken.
Lebens- und Rentenversicherungen
Hier ist zu unterscheiden, ob es sich um herkömmliche oder fondsgebundene Verträge handelt. Für herkömmliche Versicherungen gibt es für die Geldanlage strenge Regeln. Der Garantiezins beträgt derzeit 2,25 Prozent auf den Sparanteil, das ist der Betrag nach Abzug der Kosten. Hinzu kommen häufig Überschüsse. Diese können sinken, gerade bei länger anhaltender Finanzkrise.
Die Rendite bei Fondsgebundenen Versicherungen hängt davon ab, wie viel vom Beitrag in Fonds angelegt wird und wie diese sich entwickeln. Verluste sind hier nicht ausgeschlossen.
Bei Insolvenz einer Versicherungsgesellschaft greift deren Sicherungseinrichtung Protektor.
Riester-Rente
Alle Riester-Verträge sind durch eine gesetzliche Garantie abgesichert, die bestimmt, dass bei Rentenbeginn das eingezahlte Geld inklusive staatliche Zulagen vorhanden sein muss. Gleiches gilt auch für Riester-Fonds. Diese können während der Laufzeit ins Minus abgleiten, allerdings brauchen die Anleger bei der Riester-Rente Verluste zu Rentenbeginn nicht befürchten.
Tagesgeld, Festgeld, Sparbuch
Die Kundeneinlagen auf dem Sparbuch, beim Tagesgeld oder Festgeld deutscher Banken sind durch verschiedene Einlagensicherungssysteme gesichert. Zusätzlich hat die Bundesregierung eine Staatsgarantie für diese Einlagen abgegeben. Im Falle von Tages- oder Festgeldeinlagen bei ausländischen Banken sollte sich über deren Sicherungsgrenzen genauestens informiert werden.
Zertifikate
Zertifikate werden durch den Einlagensicherungsfonds nicht abgesichert, da es sich um Anleihen handelt. Deshalb sollten Anleger, die Zertifikate kaufen, genauso wie Anleihekäufer, ihr Geld gut verteilen und nicht nur Papiere eines einzigen Herausgebers kaufen. Es sollte auch darauf geachtet werden, dass nicht das gesamte Geld in Zertifikate gesteckt wird. Denn je nach Funktionsweise der Papiere können Zertifikate noch mit weiteren Risiken behaftet sein, etwa mit einem Kursrisiko von Aktien.
