6. Passivhaus – Zertifizierung

Das Passivhaus wird nach verbindlichen Standards zertifiziert. Diese Standards legen eine Reihe von Kennwerten fest, die ein Passivhaus erfüllen muss. Die Standards wurden vom Passivhaus Institut in Darmstadt entwickelt, das auch die Zertifizierung zusammen mit akkreditierten Unternehmen durchführt. Die Zertifikate sind unter anderem notwendig, um staatliche Fördermittel in Anspruch nehmen zu können. Die Passivhaus-Zertifizierung bringt zudem den Nachweis für den Hausbesitzer, dass die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) von 2007 eingehalten werden und dient als Grundlage zur Ausstellung eines Energieausweises (Verbrauchspass oder Bedarfspass).

Das Passivhaus Institut hat einen Normenkatalog und ein Berechnungsverfahren erarbeitet, das festlegt, welche Anforderungen ein Passivhaus zu erfüllen hat. Die Bewertung erfolgt dabei auf doppelter Weise. Erstens werden einzelne Elemente des Passivhauses beurteilt. Dabei werden Kennwerte von Fenstern, Fensterrahmen, Türen, Wärmbrücken und der Lüftungsanlage gemessen. Liegen sie unter dem zulässigen Höchstwert, erhalten sie das Zertifikat „Passivhaus geeignete Komponente“. Anschließend werden in einem zweiten Schritt Kennwerte für die Wechselwirkung der einzelnen Komponenten ermittelt, denn darauf beruht die hohe Energieeffizienz des Passivhauses. Diese Kennwerte der Wechselwirkung entscheiden darüber, ob das Gebäude als Ganzes die Kriterien einhält. Nur wenn dies der Fall ist, wird das Zertifikat “Qualitätsgeprüftes Passivhaus” erteilt.

Der Normenkatalog für das Passivhaus inklusive Berechnungsverfahren ist im „Passivhaus Projektierungspaket“ (PHPP) zusammengestellt und beim Passivhaus Institut erhältlich. Das PHPP ermöglicht interessierten Bauherrn einen Überblick über alle entscheidenden Komponenten und einen Einstieg in die Details.

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