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Was versteht man unter Inflation und welche Arten der Inflation unterscheidet man?

Wer in den ersten Monaten des Jahres 2008 die Wirtschaftspresse las, wird darin gelesen haben, dass die Inflationsrate im März dieses Jahres mit 3,1 Prozent den höchsten Stand seit Gründung der EZB erreicht hatte und im April zwar auf 2,4 Prozent zurückging, damit dennoch über dem von der EZB abgesteckten Zielkorridor von maximal 2 Prozent liegt. Doch was ist Inflation eigentlich und wie entsteht sie? Dieser Frage wollen wir auf dieser Seite nachgehen. Dazu erstmal einige Worte dazu, was man unter Inflation versteht:

Definition von Inflation

Das Gabler Kompakt-Lexikon „Bank und Börse“ definiert Inflation als „Geldentwertung durch Anstieg des Preisniveaus und damit verbundenem Sinken der Kaufkraft“. Sie gibt also bei positiven Werten an, um wie viel die Kaufkraft einer nominalen Geldmenge durch den Anstieg eines definierten Preisniveaus abnimmt und umgekehrt bei negativen Werten, um wie viel die Kaufkraft einer nominalen Geldmenge durch das Sinken eines definierten Preisniveaus steigt.

Messung der Inflation

Gemessen wird die Inflation durch so genannte Preisindizes. Diese zeichnen die Entwicklung einer Reihe von Einzelpreisen im Zeitverlauf auf und die prozentuale Veränderung eines solchen Preisindizes zwischen zwei Zeitpunkten gibt die Inflationsrate für diesen Zeitraum an.

Arten der Inflation

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Inflation: die Kostendruckinflation und die Nachfragesoginflation.

Inflation in Deutschland

Wie sich die Inflation in Deutschland innerhalb der letzten Jahre entwickelt hat, zeigen wir Ihnen nachfolgend sowie auf unserer Statistikseite zum Verbraucherpreisindex einmal grafisch als Zusammenfassung und einmal tabellarisch nach den einzelnen Abteilungen, die das Statistische Bundesamt in Wiesbaden zur Ermittlung des allgemeinen Verbraucherpreisindex für Deutschland einsetzt:

Entwicklung der Inflation, Verbraucherpreisindex für Deutschland >>>

Auswirkungen der Inflation

Die allgemeinen Auswirkungen der Inflation bekommen Verbraucher an steigenden Preisen etwa für Lebensmittel, Heizkosten oder Kraftstoff zu spüren. Aber auch Anleger und Sparer sind direkt von ihr betroffen. Während sich der Sachwert von Aktiengesellschaften oft im Gleichklang mit der Inflationsrate erhöht, kommen Sparer mit festverzinslichen Wertpapieren wie Anleihen, Festgeld oder Tagesgeld wesentlich schlechter weg, denn für sie zählt einzig und allein die Realwertentwicklung, die sich aus nominaler Wertentwicklung abzüglich Steuern und Inflation ergibt. Je höher nun die Inflation, desto niedriger der reale Zuwachs an Kaufkraft, auch wenn der Nominalwert des angelegten Geldes steigt. Dazu ein einfaches Beispiel:

Ein Sparer hat 50.000 Euro in Anleihen, Tages- und Festgeld zu durchschnittlich 4,50 Prozent Zinsen pro Jahr angelegt. Sein Grenzsteuersatz beträgt 35 Prozent und ihm steht sein Sparerfreibetrag (ab 2009 Sparerpauschbetrag) noch in vollem Umfang zur Verfügung. Für eine Inflationsrate von 2,00 bzw. wie im Februar 2008 3,10 Prozent ergeben sich daraus folgende reale Wertentwicklungen:

Angenommene Inflationsrate 2,00 Prozent 3,10 Prozent
Anlagesumme 50.000 Euro
Durchschnittszins 4,50 Prozent p.a.
Zinsertrag p.a. 2.250,00 Euro
Zur Verfügung stehender Freibetrag 801 Euro
Zu versteuernder Zinsertrag 1.449 Euro
Grenzsteuersatz 35 Prozent
Zu entrichtende Steuern
(Grenzsteuersatz + 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag)
535,04 Euro
Rendite nach Steuern 3,43 Prozent
Inflationsrate 2,00 Prozent 3,10 Prozent
Realwertentwicklung nach Steuern und Inflation 1,43 Prozent 0,33 Prozent

Für Kreditnehmer, die etwa einen Immobilienkredit aufgenommen haben, hat die Inflation allerdings auch etwas Gutes: der Wert ihrer Immobilie steigt im Allgemeinen um die Inflationsrate, während sie das aufgenommene Darlehen mit immer billigerem Geld zurückzahlen können.


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