Anleihen
Definition
Eine Anleihe ist ein festverzinsliches Wertpapier, welches einen schuldrechtlichen Anspruch auf in der Regel jährliche Zahlung eines festgelegten Zinses sowie die Rückzahlung des Nennwertes der Anleihe zum Ende der Laufzeit verbrieft.
Funktion von Anleihen
Mit der Herausgabe von Anleihen besorgen sich Staaten, Institutionen und Unternehmen langfristiges Fremdkapital am Wertpapiermarkt.
Emittenten von Anleihen
Als Emittenten (Herausgeber) von Anleihen kommen dabei in Deutschland in Frage:
- bei öffentlichen Anleihen: Bund, Länder, Gemeinden, öffentlich-rechtliche Körperschaften
- bei Unternehmensanleihen: private Unternehmen aller Art
Aufteilung des Gesamtvolumens von Anleihen
Um den Handel sowie die Wertberechnung einer Anleihe zu vereinfachen, wird das gesamte Volumen in Anteile mit gleichem Nennwert aufgeteilt, also gestückelt. Eine Anleihe mit einem Gesamtvolumen von 100 Millionen Euro muss so zum Beispiel bei einem festgelegten Nennwert von 100 Euro pro Anteilsschein in 1 Million Anteile gestückelt werden.
Diese einheitliche Stückelung vereinfacht den späteren Handel mit der Anleihe und macht die Papiere so für einen großen Kreis von Anlegern interessant.
Geldanlage mit Anleihen
Durch ihre feste Verzinsung gelten Anleihen in der Regel als sichere Anlageform, denn im Unterschied zum Aktienkauf gewährt der Käufer einer Anleihe dem herausgebenden Unternehmen Fremdkapital, während sich der Käufer von Aktien direkt am Eigenkapital des Unternehmens beteiligt.
Inhaber von Anleihen sind im unwahrscheinlichen Fall der Insolvenz des begebenden Unternehmens bevorrechtigte Gläubiger, wodurch ihre Forderungen bevorzugt vor Aktionären oder Bankdarlehen bedient werden und – je nach Ausgestaltung der Anleihe – durchaus auch besichert sein können.
Im Regelfall werden Anleihen als Inhaberpapiere ausgegeben, der Inhaber der Anleihe ist also automatisch auch der Gläubiger. Andere Ausgestaltungsformen sind möglich, aber nicht die Regel.
Laufzeit von Anleihen
Anleihen können unterschiedlichste Laufzeiten haben. Eine eindeutige Einteilung, bis wohin eine Anleihe als kurzfristig und ab wann sie als langfristig gilt, gibt es nicht und sie ist auch nicht von besonderer Bedeutung, da die Ausstattungsmerkmale der Anleihe nicht in erster Linie von der Laufzeit abhängen.
Als in der Praxis gängige Einteilung hat sich dennoch die Unterscheidung nach folgenden Laufzeiten eingebürgert:
- kurzfristige Anleihe
Laufzeit 2-4 Jahre - mittelfristige Anleihe
Laufzeit 4-8 Jahre - langfristige Anleihe
Laufzeit über 8 Jahre
Besicherung von Anleihen
Anleihen gelten nicht umsonst als relativ sichere Form der Geldanlage, liegen ihnen doch verschiedene Formen der Besicherung zugrunde.
Die wichtigsten Formen der Besicherung von Anleihen sind:
- Besicherung durch Grund und Boden bei Pfandbriefen
- Besicherung durch Hypotheken auf Schiffe bei Schiffspfandbriefen
- Besicherung durch das Anlagevermögen des Unternehmens bei Unternehmensanleihen
- Besicherung durch die Bürgschaft eines anderen Unternehmens
Wie Sie bereits festgestellt haben werden, fehlen in dieser Auflistung die Staatsanleihen. Das ist aber kein Fehler, denn Staatsanleihen gehören zu den nicht besicherten Anleihen, da ein öffentlicher Haushalt eigentlich nicht in Konkurs gehen kann. Bundesanleihen als Form der Staatsanleihen gelten daher auch als besonders sicher, stellen doch Staatsvermögen und Steuereinnahmen dauerhafte und im allgemeinen hinreichende Einnahmequellen dar und darüber hinaus ist es für einen Staat möglich, durch steuerliche Gesetzesänderungen stets die erforderlichen Mittel zur Bedienung der Anleihen zur Verfügung zu stellen.
Formen von Anleihen
Da Anleihen in unterschiedlicher Form und mit den verschiedensten Ausstattungen emittiert werden können, haben wir Ihnen auf der folgenden Seite die wichtigsten Formen von Anleihen ausgearbeitet:
Handel mit Anleihen
Öffentlich handelbare Anleihen werden am Rentenmarkt, auch Effektenbörse genannt, gehandelt und können jederzeit zum festgestellten Kurswert an- und verkauft werden.
Da der Handel über Effektenbörsen aber keine Pflicht ist, müssen Anleihen nicht zwingend dort gehandelt werden, sondern können auch direkt vom begebenden Unternehmen oder einer Investmentgesellschaft an die Anleger verkauft werden.
Anleihen können national oder international emittiert und gehandelt werden. Bei der Platzierung einer Anleihe auf dem nationalen Markt spricht man von einer Inlandsanleihe. Von einer internationalen Anleihe spricht man hingegen, wenn die Emission der Anleihe nicht im Heimatland des Emittenten erfolgt und von Auslandsanleihen ist immer dann die Rede, wenn es sich um die Anleihe eines relativ zur inländischen Währung ausländischen Emittenten handelt.
Alles, was Sie benötigen, um Anleihen kaufen und verkaufen zu können, ist ein Wertpapierdepot. Einen Vergleich empfehlenswerter Anbieter haben wir Ihnen daher auf der folgenden Seite zusammengestellt:
Depot-Vergleich >>>
