Commerzbank Topzins-Anlage

Seit dem 14. April 2008 bewirbt die Commerzbank ihr neues Festgeldkonto unter dem Namen „Topzins-Anlage“. Der Leitspruch hierbei lautet „attraktive Rendite ohne Kursrisiko“. Dabei ist die Topzins-Anlage der Commerzbank ein Zwitter aus Tages- und Festgeld.

Während der ersten sechs Monate erhalten Sparer für Anlagesummen ab 5.000 Euro vier Prozent Zinsen pro Jahr. Das Geld wird dabei über diesen Zeitraum fest angelegt.

Nach Ablauf dieser sechs Monate werden das angelegte Geld sowie die erzielten Zinsen auf das so genannte Topzins-Konto überwiesen, wo sie weiterhin mit derzeit 3,75 Prozent pro Jahr verzinst werden und das bei täglicher Verfügbarkeit.

Dieses Angebot gilt für alle Gelder, die sich vor der Anlage auf den Topzins-Konten nicht auf Konten der Commerzbank oder deren Tochtergesellschaften befunden haben.

Das Angebot klingt auf den ersten Blick nicht schlecht, kann aber leider nicht mit den derzeit führenden Tages- oder Festgeldkonten mithalten, wie ein kurzer Vergleich zeigt:

Anbieter: Commerzbank
Topzins-Anlage
comdirect
Tagesgeld Plus
Mercedes-Benz-Bank
Festgeld
Anlagesumme: 5.000 Euro
bis
20.000 Euro
0 Euro
bis
30.000 Euro
2.500 Euro
bis
1.000.000 Euro
Zinssatz Monat 1-6: 4,00 % p.a. 4,75 % p.a. 4,40 % p.a. *
Zinssatz ab Monat 7: 3,75 % p.a. 3,80 % p.a. 4,40 % p.a. *
Weitere Informationen: Commerzbank
Topzins-Anlage
comdirect
Tagesgeld Plus
Mercedes-Benz-Bank
Festgeld

Weitere interessante Tages- und Festgeldkonten finden Sie in unserem Tagesgeld-Vergleich und Festgeld-Vergleich.

Besonders wundert uns folgende Werbeaussage der Commerzbank: “Durch die sechsmonatige Laufzeit profitieren Anleger noch in diesem Jahr und bleiben unberührt von der ab 2009 geltenden Abgeltungsteuer”.

Wenn sich die Marketing-„Experten“ der Commerzbank mit dem Thema Abgeltungssteuer einmal genauer befasst hätten, würde Ihnen aufgefallen sein, dass gerade die Verlagerung von Zinseinnahmen ins Jahr 2009 Vorteile bringt, nicht aber die Ausschüttung von Zinserträgen noch in diesem Jahr (auch gut zu sehen in unserem Ratgeber mit Beispielen zur Abgeltungssteuer).

Das ganze hat den einfachen Hintergrund, dass bis Ende 2008 alle Zinserträge oberhalb des Sparerfreibetrages mit dem persönlichen Grenzsteuersatz des Anlegers versteuert werden müssen, während ab 2009 Zinserträge im Rahmen der Abgeltungssteuer mit einem pauschalen Steuersatz von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent, also insgesamt 26,38 Prozent, besteuert werden.

Sparer, deren Steuersatz unterhalb dieser 26,38 Prozent liegt, können zuviel abgeführte Steuern im Zuge ihrer Jahressteuererklärung vom Finanzamt zurückfordern.

Zinszahlungen noch ins Jahr 2008 zu verlegen macht also keinerlei Sinn, weder für Sparer mit einem Grenzsteuersatz von weniger als 26,38 Prozent und erst recht nicht für Sparer mit einem Grenzsteuersatz von über 26,38 Prozent. Hier sollten die “Experten” der Commerzbank vielleicht noch einmal die Schulbank drücken und solche Aussagen im Vorfeld prüfen.

Unser Fazit:

Das Topzins-Konto der Commerzbank ist mit Sicherheit kein schlechtes Angebot, kann allerdings mit der Spitzengruppe der derzeitigen Tages- und Festgeldkonten nicht mithalten. Im Tagesgeldbereich empfiehlt sich stattdessen ein Blick auf das Angebot der comdirect Bank, während wir im Festgeldbereich die Mercedes-Benz-Bank empfehlen können.

Datum: Mittwoch, 16. April 2008 17:08
Themengebiet: Geldanlage Trackback: Trackback-URL
Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Diesen Artikel kommentieren

Kommentar abgeben