Sulejman Kerimow und die Deutsche Bank

Donnerstag den 12.06.2008 - Abgelegt unter: Wirtschaft - Keine Kommentare »

Unser Großaktionär kommt aus Russland. So könnte es demnächst bei der Deutschen Bank heißen, wenn wahr wird, was er vorhat. ER, das ist Sulejman Kerimow und ER rangiert mit einem geschätzten Vermögen von 14,4 Mrd. US-$ in der Forbes-Liste 2007 der reichsten Menschen der Welt auf Platz 2, gleich hinter Roman Abramowitsch, wie man etwa unter „Geld kommt zu Geld“ nachlesen kann.

Klar ist, dass die russischen Milliardäre längst nicht mehr nur noch im eigenen Land investieren wollen. Nun drängt es Kerimow nach vorne. Und er will, wenn man den Gerüchten Glauben schenken möchte, Aktien kaufen. Von der Deutschen Bank und anderen Banken aus Westeuropa. Und das nicht etwa einige wenige Aktien. Nein, zum Kleinaktionär eignet er sich nicht, der Herr Kerimow, ganz gewiss nicht.

Gemäß verschiedener Artikel in Internetportalen soll Sulejman Kerimow im Gegenzug seine Beteiligungen in Russland selbst abstoßen, um die Finanzierung der Aktienkäufe sicherzustellen.

Den Gerüchten zufolge soll er bereits drei Prozent der Aktien der Deutschen Bank halten. Das macht ihn zwar noch nicht zu einem Großaktionär, aber man beachte dabei die beiden so sehr wichtigen Wörtchen noch nicht. Kaufen will er wohl an die neun Prozent der Aktien, wobei man nie genau sagen kann, was noch alles in Zukunft kommen wird.

Aber neun Prozent der Aktien sind immerhin fast ein Zehntel der gesamten Aktien der Deutschen Bank. Angesichts der ganzen Schachspiele, die gerade in der deutschen Bankenlandschaft im Gange sind – die wohl anstehenden Verkäufe von Postbank und Citibank und eine mögliche Fusion der Dresdner Bank mit der Commerzbank – wird die Beteiligung noch brisanter, denn wir beziehen bereits Öl in großem Stile aus Russland. Sollte uns von dort irgendwann der eine oder andere Hahn zugedreht werden, könnte dies auch fatale Auswirkungen auf das Bankensystem in Deutschland haben.

Es heißt also: Vorsicht darin walten zu lassen, wie viel Macht man nach außen hin vergeben mag. Dies gilt übrigens auch für den Verkauf der Postbank, falls diese von einem ausländischen Unternehmen übernommen werden sollte. Schon die inländische Stabilität ist nicht immer einfach zu halten. Wie ist es dann erst, wenn die Spielregeln plötzlich jemand von außen bestimmen wird.

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