Die Welt ist im Wandel

Montag den 9.06.2008 - Abgelegt unter: Politik - Keine Kommentare »

Eine Finanzkrise durchzieht die ganze Welt. Während manche dachten, sie sei bald zu Ende, sehen Experten eher ein neues Aufleben. Die riskanten Geschäfte wurden zwar gebremst oder gar ganz beendet. Nur: Wer weiß schon, wie es in Zukunft aufsehen wird. Die Welt ist eben im Wandel, auch und gerade im wirtschaftlichen Bereich. Vielleicht werden neue – heute noch gar nicht erkennbare – Risiken eingegangen.

Dazu kommt der Ausgang der Präsidentschaftswahlen in den USA. Keiner der beiden Anwärter, weder Barack Obama noch sein republikanischer Konkurrent, John McCain, hat bis jetzt klare Aussagen über seine eventuell kommende Wirtschaftspolitik gemacht. Dies macht den Wandel zu etwas sehr Ungewissem. Keiner von beiden hat bis jetzt die Karten offen auf den Tisch gelegt, wie es mit der derzeit desolaten Wirtschaft in den USA weitergehen soll.

Die Bürger haben Angst vor einer Rezession, die Immobilienkrise durchzieht immer noch mit ihren dunklen Schatten das ganze Land, was sich in sinkenden Häuserpreisen, hohen Ausfällen niedrig besicherter Kredite und daraus folgend auch einem extremen Konsumklima bemerkbar macht.

Doch keiner von beiden sagt wirklich etwas Haltbares dazu. Nur nebulöse Aussagen werden getroffen und Allgemeinplätze werden berührt. Und gerade Obama wird eher als großer Redner bezeichnet, der diese seine Reden aber nicht umsetzen wird können, was natürlich dem Ganzen keinen guten Beigeschmack gibt.

Nur eines kann man heute, knapp fünf Monate vor der Wahl, bereits sagen: Die Börse in New York geht von einem Sieg Obamas aus. Auch die Investitionen von Wirtschaftsseite aus in seinen Wahlkampf sprechen hier Bände. Dies berichtet zumindest das Zentrum für Verantwortliche Politik, das CRP, aus den USA.

Während McCain auf nur 4,1 Millionen US Dollar Wahlkampfspenden aus der Wertpapier- und Investmentbranche erhielt, bekam Obama gleich mal 3,8 Millionen US Dollar mehr, was fast 100 Prozent mehr macht. Dies kann als klares Signal gewertet werden, dass weitaus mehr Unternehmen der Wall Street hinter dem Bewerber der Demokraten stehen als hinter dem Republikaner, John McCain.

Dennoch sagt dies noch nichts darüber aus, wie die Wahl zum neuen, zum 44., Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika tatsächlich verlaufen wird.

Es ist so spannend, wie es schon lange nicht mehr wahr bei einer Präsidentschaftswahl in den USA. Und die Bewerber, sowohl Obama als auch McCain, werden dabei auch zu ihrer geplanten Wirtschaftspolitik klare Stellung beziehen müssen. Denn diese wirkt ja nicht nur auf ihr eigenes Land ein, sondern als eine der großen Wirtschaftsmächte in dieser Welt global auf alle anderen Länder ein.

Nach der Niederlage Hillary Clintons – Barack Obama hatte sich dabei letzte Woche sogar vorzeitig zum Sieger des internen Kandidatenrennens für die demokratische Partei erklärt – ist das Lager der Demokraten gespalten, und dies mehr denn je.

Auch wenn Hillary Clinton, die Unterlegene, nun dazu aufruft, Obama zu unterstützen, so besteht dennoch die Gefahr, dass ein Teil ihrer Anhänger sich auf die Seite McCains schlägt.

Im November wird es also zu einem Kopf an Kopf Rennen von Barack Obama und John McCain kommen.

Und die Welt schaut interessiert zu, ganz besonders auch die Finanzwelt. Denn: Nichts ist absehbar in einer Welt, die im Wandel ist. Keiner weiß, wie viele Banken morgen die Tore schließen müssen, weil die Finanzkrise sie aufgrund ihrer riskanten Spekulationsspielchen ins Aus bugsiert hat.

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