Die Postbank und die Postpoints

Mittwoch den 19.03.2008 - Abgelegt unter: Wirtschaft - 1 Kommentar »

Die Kunden der Postbank wurden in den letzten Jahren von ihrem Kreditinstitut nicht gerade gut beschenkt. Filiale um Filiale wurde geschlossen, auch und gerade in Stadtbezirken und kleineren Ortschaften, wo es von Nöten war, dass es eine Post gab (siehe etwa den Bericht der Bürgerzeitung Köln auf „Postfiliale in Merheim nur ein Bringservice“).

Nun sollen weitere 800 Filialen mit posteigenem Personal geschlossen werden. Diese sollen, so will es – zumindest im Moment noch – die Deutsche Post, durch 900 so genannte „Postpoints“ ersetzt werden. Post Points? Nicht einmal das Wort haben sie auf Deutsch hinbekommen, die Macher der Deutschen Post. Aber die Postbank wird ja über kurz oder lang auch nicht mehr in den Händen der Post sein, zumindest ist es so geplant.

In diesen Postpoints, die von privater Hand geführt werden sollen, werden den Postkunden dann die Leistungen möglich sein, die er benötigt. Das Kaufen von Briefmarken, das Versenden von Paketen, das Abheben von Geld. Aber jedoch nicht selbständig am Geldautomaten, sondern mittels der EC Karte am Kassenautomaten des Postpoints. Die Frage bleibt dabei, wie viele Kunden werden der Postbank dann noch treu bleiben, auch angesichts der Ungewissheit der Zukunft dieser ehemals so volksnahen Bank?

Bereits jetzt kann man viele Stimmen hören, in denen eine ganze Reihe Postbank-Kunden, die über Jahr und Tag ihrer Bank treu blieben, das Geldinstitut gewechselt haben, oder es in naher Zeit tun werden.

Die Bank, die so wichtig war, hat ihre Volksnähe verloren. Und verliert sie Tag für Tag mehr, hat jedoch immer noch genug Geld für pompöse Marketingkampagnen übrig.

Schon zu Beginn der Schließung von Filialen und der Auslagerung der Post- und Postbankgeschäfte in andere Geschäfte wie Mc Paper und Co. wurden immer und immer wieder kritische Stimmen laut. Schließlich geht es dabei nicht nur um die Abgabe von Dienstleistungen an externe Firmen, sondern es geht auch und hauptsächlich dabei um das Post- und vor allem das Bankgeheimnis. Ist dieses überhaupt noch gewahrt angesichts der vielen Menschen, die mit Postdienstleistungen und Postbankarbeiten zu tun haben, und die nichts und rein gar nichts mit der Deutschen Post an sich zu tun haben?

Deutschland ist ein Land der Banken. Nicht nur der Postbank. Das wurde wohl vergessen im Laufe der Zeit und bei der fortwährenden Entfernung vom privaten Kunden. Es gibt andere Banken mit vergleichbar guten Konditionen, sei es nun beim Sofortkredit, dem Girokonto oder etwa dem Tagesgeld. Banken (nachzulesen in unzähligen Verbrauchermeinungen wie etwa „Abzocker Postbank“, „Postbank verlangt doppelte Gebühren bei der Auszahlung von Baranweisungen“ oder „Als Postbank-Kunde in Not“), die an vielen Ecken Geldautomaten stehen haben, oder bei denen zumindest kostenfrei über die Geldautomaten von Partnerbanken Geld abgeholt werden kann. Ein Vergleich verschiedener Girokonten und verschiedener Banken und Geldinstitute scheint Not zu tun, um nicht als Kunde gemeinsam mit der Postbank unter zu gehen.

1 Kommentare

  1. Dentier am

    Der Vergleich wird reichlich erschwert durch die geballten Werbemaßnahmen der Postbank in den letzten Monaten. Großen Zahlen blenden den Verbraucher …

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