Auswirkungen der Finanzkrise auf die Konjunktur Europas

Dienstag den 26.02.2008 - Abgelegt unter: Wirtschaft - 2 Kommentare »

Wie der Financial Times Deutschland vom 23. Februar 2008 zu entnehmen war, belastet die nun schon seit Monaten andauernde Finanzkrise das Wachstum der Volkswirtschaften innerhalb Europas stärker als angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine am 22. Februar diesen Jahres vorgestellte Prognose der EU-Kommission.

Doch nicht nur die Finanzkrise drückt aufs Wachstum. Steigende Rohstoff-, Energie- und Nahrungsmittelpreise bewirken parallel dazu ein Ansteigen der Inflation.

So wurde in besagter Prognose die Inflationserwartung von bislang 2,1 Prozent auf nunmehr 2,6 Prozent angehoben, wobei laut dem Blog von deutschland-debatte.de die reale Teuerungsrate für einzelne Haushalte noch wesentlich höher liegt. Damit liegt sie zum einen deutlich oberhalb des mittelfristigen Durchschnitts (siehe http://www.online-kredite.com/statistiken/verbraucherpreisindex-deutschland.html) und auch oberhalb des von der EZB vorgegebenen Stabilitätskorridors, der eine maximale jährliche Inflation von 2 Prozent vorsieht. Aber nicht nur in Deutschland galoppiert die Inflation, auch in Österreich haben die Bürger immer öfter „…das Gefühl, für mehr Geld weniger Ware zu bekommen…“, wie es im Blog von 3www.at beschrieben wird. Selbst in Rumänien, welches erst 2007 der EU beigetreten ist, war 2006 eine Inflation von fünf Prozent zu verzeichnen (siehe Bericht „Rumänien will den Euro“ im Blog von ortszeit.org), welche allerdings auch mit einem entsprechenden Wirtschaftswachstum einherging.

Neben diesen direkten Auswirkungen, hat die Finanzkrise natürlich auch mittel- und langfristige indirekte Auswirkungen. So gehen eine Straffung der Richtlinien zur Kreditvergabe sowie eine verschärfte Risikoprüfung und ein stärkerer Einfluss des so genannten Kredit-Scoring bei den meisten Banken mit einer höheren Ablehnungsquote für Kredite und Darlehen einher. Dabei ist es unerheblich, ob es sich bei dem betreffenden Kredit um einen Kleinkredit für eine Privatperson oder ein größeres Darlehen wie etwa einen Immobilienkredit handelt.

Auch wenn, wie auf http://www.online-kredite.com/kleinkredit.html bzw. http://www.online-kredite.com/immobilienkredit.html zu sehen ist, die Zinsen für derartige Kredite historisch gesehen ziemlich niedrig sind, führt eine restriktivere Kreditvergabe zu einen mittelfristig langsameren Wachstum. Das liegt ganz einfach darin begründet, dass Unternehmen ohne ausreichend Fremdkapital oftmals ihre Aktivitäten nicht wie geplant ausbauen und Verbraucher ihrer Konsumlust nicht wie geplant frönen können.

Ein Abschwung bei Investition und Konsum ist die Folge, was sich natürlich direkt negativ auf die Konjunktur auswirkt.

Darüber hinaus stecken sowohl EZB als auch die amerikanische Notenbank FED in der Zwickmühle, denn einem Abkühlen der Konjunktur wird sehr oft mit einem Absenken der Leitzinsen begegnet, wodurch die Märkte mit frischem Kapital geflutet werden, was Investition und Konsum anheizen soll. Niedrige Zinsen und höhere Geldmengen treiben aber die Inflation weiter an, welche sich schon jetzt außerhalb der Zielzone befindet. Am Ende kann ein derartiger Kreislauf in einer Stagflation enden, also einer stagnierenden Wirtschaft bei hoher Inflation. Für die USA wird ein solches Szenario ja sogar schon als in gewisser Weise wahrscheinlich genannt, wie man es unter „NABE Forecasters: Stagflation in 08“ nachlesen kann.

Nicht zuletzt aufgrund dieser Option wirft der Bericht der EU-Kommission für die Eurozone einen düsteren Schatten an die Wand und korrigiert auch das erwartete Wirtschaftswachstum von bislang geschätzten 2,2 Prozent auf jetzt nur noch erwartete 1,8 Prozent für 2008 innerhalb der 15 Euro-Staaten und von 2,4 Prozent auf nunmehr 2,0 Prozent innerhalb der 27 EU-Staaten. Für Deutschland wird dabei die Prognose gar von bislang 2,1 auf nunmehr nur noch 1,6 Prozent gesenkt, was nicht zuletzt der starken Abhängigkeit unserer Wirtschaft vom Export zu verdanken ist (immerhin ist Deutschland ja auch 2007 noch ganz knapp vor China Exportweltmeister geblieben, auch wenn der Verlust dieses Titels schon zum Greifen nahe ist, wie man etwa auf „China zieht an Deutschland vorbei“ nachlesen kann.

Insgesamt also kein sonderlich schöner Ausblick, den uns Experten für 2008 versprechen. Bleibt abzuwarten, wie es nun tatsächlich kommt, denn Prognosen sind zum Glück nicht immer zutreffend.

1 Kommentare

  1. admin am

    Dann habe ich das hiermit umgehend nachgeholt. Monatlich vier Prozent bei Lebensmitteln! Na Mahlzeit, ich seh die Tage schon kommen, an denen es wieder Lebensmittelmarken gibt, weil sich ein Teil der Bevölkerung die Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten kann.

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