Die spekulative Riester Rente

Mittwoch den 16.01.2008 - Abgelegt unter: Altersvorsorge - Keine Kommentare »

Seit Ende letzten Jahres gibt es ein neues Riester-Produkt, die „Aktiv-Rente Riester“, bei dem es sich lohnt mal genauer hinzuschauen. Die Düsseldorfer Victoria Versicherung und die Münchner HypoVereinsbank bringen hier ein renditestarkes“ Altersvorsorgeprodukt auf den Markt, welches aber nicht für jeden geeignet ist.

Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Rentenversicherung und einem Fondsderivat.

Bei einer klassischen Rentenversicherung wird ein Großteil des eingezahlten Kapitals im so genannten Deckungsstock angelegt. Dieses Kapital wird sehr konservativ angelegt.

Konservativ klingt erst mal gut, meist wird das Geld dabei in sicheren Staatsanleihen oder als Festgeld angelegt, doch bekanntermaßen ist diese Form der Kapitalanlage nicht sehr renditestark. Der kleinere Anteil des eingezahlten Kapitals muss für die gute Rendite sorgen, indem er in spekulativere Anlageklassen investiert wird.

Die „Aktiv-Rente Riester“ geht hier einen anderen Weg, indem sie das Geld ihrer Kunden zu ca. 80 Prozent in einen „Korb“ von renditestarken und somit auch risikoreicheren Anlagen investiert. Die restlichen 20 Prozent werden hingegen in Put-Optionen investiert. Diese Optionsscheine steigen genau dann, wenn der „Korb“ fällt. Mit dieser Konstruktion wird eine 100-prozentige Kapitalgarantie zum Ende der Laufzeit versprochen. Die Kapitalgarantie ist notwendig, um überhaupt als staatlich förderfähiges Altersvorsorgeprodukt zu gelten.

Da in dieser Variante erheblich mehr Geld aktiv in interessante Anlageklassen investiert werden kann, ergibt sich eine erhöhte Renditewahrscheinlichkeit im Gegensatz zur klassischen Rentenversicherung.

Ein Sprecher der Victoria lobt das System mit den Worten: „Das Verhältnis von Sicherheit und Rendite wird optimiert“.

Natürlich sollte man erst einmal prüfen, ob die Riester Rente überhaupt zu einem passt, bevor man sich mit dieser speziellen Ausprägung beschäftigt. Der Versicherungsblog schreibt in seinem Beitrag „Worauf bei der Auswahl der Riester Rente achten?“ genaueres zu diesem Entscheidungsprozess. Positiv neben der staatlichen Förderung in Form der Riester Zulagen ist auf jeden Fall, dass Sie nicht von der Abgeltungssteuer betroffen ist, im Gegensatz zu Sparplänen.

Es sollte auch abgewogen werden, welche private Rentenversicherung die richtige ist. So schreibt der Blogpod unter dem Titel „Unterschiede bei privaten Rentenversicherungen sind enorm“, das die Auswahl des Anbieters gut bedacht werden sollte. Besonders die veranschlagten Kosten sollten beachtet werden. Bei dem hier besprochenen Produkt liegen die Kosten bei 1,25 Prozent des Anlagebetrags.

Für jemanden, der von einer positiven Börsenentwicklung ausgeht, ist die „Aktiv-Rente Riester“ sicherlich nicht uninteressant, doch sollte schon ein gewisses Lebensniveau im Alter durch die Gesetzliche Rente oder zusätzliche Vorsorge erreicht worden sein, bevor man zu dieser Variante der Riester Rente greift. Im „Worst Case Szenario“ ist zwar der Kapitaleinsatz garantiert, doch aufgrund der Inflation hat der Anleger einen großen Kaufkraftverlust. Im Endeffekt muss man die klassische Chancen-Risiko Abwägung treffen, doch bei der Altersvorsorge sollte man nicht zu riskant anlegen.

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