Maxilohn – Managergehälter begrenzen?

Montag den 17.12.2007 - Abgelegt unter: Wirtschaft - 2 Kommentare »

Angela Merkel (CDU) kritisiert die hohen Abfindungen für Manager und fordert eine Debatte über gerechte Bezahlung auch am oberen Ende der Lohnskala. Kurt Beck (SPD) geht noch einen Schritt weiter, er will handeln und setzt eine Arbeitsgruppe ein, die prüfen soll was gesetzlich möglich ist. Glaubt man den Umfragewerten, so ist die Mehrheit der Deutschen für eine Begrenzung der Managergehälter. So eine Gelegenheit lassen sich die Wahlkampfstrategen natürlich nicht entgehen. Man bedenke, dass Anfang nächsten Jahres Landtagswahlen in mehreren Bundesländern stattfinden. Die Kritik von Seiten der SPD, der Grünen und der Linkspartei ist nichts Neues, doch gemeinsam mit der Managerschelte der CDU könnten die Parteien, wenn es nicht nur Wahlkampfgetöse ist, auch etwas verändern.

Maxilohn – Eine realistische Forderung?

Meiner Meinung nach nicht, denn die Aufgabe des Staates ist es nicht, einen Maximallohn oder ähnliches einzuführen. Das sollte weiterhin Sache der Unternehmen bleiben. Man kann gesetzlich für mehr Transparenz sorgen, was auch im Sinne der Aktionäre wäre, und man kann und sollte über die Verhältnismäßigkeit von Managergehältern reden dürfen, ohne gleich einen „Neidstempel“ aufgedrückt zu bekommen.

Es gibt aber auch Eingriffsmöglichkeiten des Staates, die überlegenswert erscheinen. So ist es zurzeit möglich, einen erfolgslosen Manager abzuwickeln und ihm dessen Weggang mit einer millionenschweren Abfindung zu erleichtern. Dies geht zum Teil auf Kosten der Steuerzahler, denn diese Abfindungen können 1:1 vom betroffenen Unternehmen abgesetzt werden und schmälern somit die Steuereinnahmen und damit die Finanzen des Staates. So fordert die Bundestagsfraktion der Grünen laut derwesten.de: „die steuerliche Absetzbarkeit von Managerabfindungen zu begrenzen“, ich denke ihn diese Richtung kann man weiter denken.

Der Alteule Blogger bemüht das Grundgesetz und plädiert dahingehend, dass der Satz „ Eigentum verpflichtet“ auch für Aktienoptionen und Vorzugsaktien gelten solle. Es ist natürlich wirklich fragwürdig, wenn Top Manager einerseits ihre Gehälter stark nach oben anpassen, mit der Begründung in den USA seien die Managerlöhne noch höher und man befände sich in einem internationalen Wettbewerb. Dasselbe Argument wird dann auch gerne für Lohnsenkungen der eigenen Mitarbeiter benutzt und auf den internationalen Wettbewerb verwiesen. Hierfür wird dann seltsamerweise aber nicht mehr mit den USA verglichen, sondern mit China & Co. Der Medienkonvergenz Blogger schreibt in diesem Zusammenhang, wieso Manager überhaupt immer mehr wollen und zieht dabei die Maslow’sche Bedürfnispyramide zu Rate. Hierzu meint er: „Die aktuelle kritische Diskussion über Managerlöhne ist für die Betroffenen vermutlich (heimlich) das Schönste, was ihnen passieren kann: Endlich sehen alle, wie toll sie sind und dass sie sich nehmen können, was sie wollen.“

Da wäre es doch mal eine Überlegung wert, ob wenn das Volk den Managern verspricht, sie mehr zu respektieren, Sie auf etwas Geld verzichten würden.

2 Kommentare

  1. eule70 am

    Nein, ich glaube nicht, dass die heutige Managerklasseirgend besonders daran interessiert ist, “respektiert” zu werden. Diese Leute, die in ihrem BWL-Studium gelernt haben, Menschen nur als “Produktionsfaktoren” zu sehen, kennen offenbar nur Rechnungsgrößen und haben keinen Sinn für ethische Werte, zu denen ja auch Selbstachtung oder ein Gefühl für persönliche Ehre (die anderen Respekt abnötigt) gehört. Die kann man nur mir Zahlen und Sanktionen treffen.

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  2. admin am

    Da muss ich Dir zustimmen. Bestes aktuelles Beispiel ist ja Nokia. Da werden zig Millionen Subventionen eingestrichen und am Ende 2.300 Leute entlassen, nur weil in Rumänien zu niedrigeren Lohnstückkosten produziert werden kann. Die Liste liese sich endlos fortsetzen unter anderem auch, was das Auseinanderdriften von Managerbezügen sowie den Reallöhnen der Angestellten oder etwa die Diskrepanz zwischen der Höhe eines Managergehalts und dem Erfolg des Unternehmens angeht. Für letzteres war Daimler Chrysler doch das perfekte Beispiel. Unter der Führung von Dr. Dieter Zetsche wurde hier aus Aktionärssicht die größte Kapitalvernichtung in der deutschen Nachkriegsgeschichte betrieben und als Dankeschön dafür bekommt Herr Dr. Zetsche ein Salär, welches im krassen Widerspruch zm Misserfolg seiner Fusionsexperimente steht, von seinen Aktienoptionen ganz zu schweigen.

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