Inflationsrate trotz gestiegener Strompreise im Januar unter einem Prozent

Mittwoch den 11.02.2009 - Abgelegt unter: News - 1 Kommentar »

Der Verbraucherpreisindex berechnet sich aus der durchschnittlichen Preisentwicklung aller Waren sowie Dienstleistungen, die von Privathaushalten erworben werden. Gerade im Frühjahr und Sommer des vergangenen Jahres war dieser – aufgrund der massiven Erhöhungen bei den Spritpreisen und auch beim Heizöl – sehr stark gestiegen und lag irgendwann mit einer Marke von plus 3,3 Prozent sogar bei einem 14-Jahres-Hoch. Nun zeigt sich aber der umgekehrte Weg.

Erreicht ist nun der Tiefststand seit fast fünf Jahren bei einer Inflationsrate von nur plus 0,9 Prozent. Heute hat das Statistische Bundesamt mitteilen können, dass der Verbraucherpreisindex im Januar dieses Jahres um weniger als ein Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen ist. Dabei wurde ersichtlich, dass die Inflationsrate erstmals seit dem Februar 2004 wieder unter einem Prozent blieb. Damals war der Indexstand der Verbraucherpreise mit einem Plus von nur 0,8 Prozent noch niedriger gewesen. Im Vergleich zum vergangenen Monat, dem Dezember 2008, ging die Inflationsrate um 0,5 Prozent zurück.

Destatis, das Statistische Bundesamt, begründet den niedrigen Stand der Inflationsrate für den vergangenen Monat mit der Preisentwicklung für Mineralölprodukte, die derzeit günstig für die Verbraucher ist. Hier lagen die Preise im Januar 2009 gleich um 15,4 Prozent niedriger als noch vor einem Jahr. Destatis gab zugleich auch bekannt, dass der Anstieg des Verbraucherpreisindexes ohne das Einbeziehen der Preise für Mineralölprodukte um das Doppelte höher gewesen wäre.

Ein Überblick über die Preissenkungen und Preissteigerungen im Januar 2009:

„Im Januar 2009 verbilligten sich die Energiepreise insgesamt im Durchschnitt um 0,8 Prozent gegenüber Januar 2008. Während die Preise für Mineralölprodukte gegenüber dem Vorjahr stark zurückgingen (davon leichtes Heizöl: − 18,5 Prozent und Kraftstoffe: − 14,4 Prozent) erhöhten sich die Preise für Haushaltsenergieträger wie Gas (+ 20,0 Prozent) sowie Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme (+ 16,0 Prozent). Auch die Strompreise stiegen binnen Jahresfrist deutlich (+ 5,3 Prozent).

Die Nahrungsmittelpreise lagen im Januar 2009 im Schnitt 1,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Bei den einzelnen Nahrungsmitteln waren jedoch gegenläufige Preisentwicklungen festzustellen: Preisanstiege gab es vor allem bei Süßwaren (+ 5,4 Prozent; darunter Schokoladentafeln: + 13,1 Prozent und Bienenhonig: + 12,7 Prozent), bei Fleisch und Fleischwaren (+ 4,5 Prozent; darunter Schweinebraten: + 5,9 Prozent und Hackfleisch: + 5,4 Prozent) sowie bei Brot und Getreideerzeugnissen (+ 3,4 Prozent). Dagegen zeigten sich binnen Jahresfrist deutliche Preisrückgänge bei vielen Molkereiprodukten (Quark: − 22,7 Prozent; Süße Sahne: − 21,1 Prozent und Frische Vollmilch: − 16,4 Prozent). Hier sind die besonders großen negativen Veränderungsraten wesentlich auf die hohen Preisniveaus des Vorjahres zurückzuführen.

Im Jahresvergleich günstig blieb die Preisentwicklung für langlebige Gebrauchsgüter (− 0,7 Prozent). Deutlich geringere Preise wiesen unter anderem Geräte der Informationsverarbeitung (− 14,8 Prozent; darunter Notebooks: − 22,1 Prozent) und der Unterhaltungselektronik (− 11,8 Prozent; darunter Fernseher: − 24,0 Prozent) auf. Nennenswerte Preisrückgänge waren auch bei der Nachrichtenübermittlung (− 3,0 Prozent) zu beobachten.“

Der HVPI, der für den europäischen Bereich berechnete und harmonisierte Verbraucherpreisindex stieg im Januar dieses Jahres ebenfalls um 0,9 Prozent gegenüber dem Januar des vergangenen Jahres. Im Vergleich zum Dezember ging der HVPI sogar noch stärker zurück als der Verbraucherpreisindex für Deutschland, und zwar um 0,6 Prozent, was 0,1 Prozent mehr an Rückgang bedeutet.

(Quelle: Destatis)

1 Kommentare

  1. Martin am

    Leider sind die negative Seiten mehr als die positive, aber das scheint normal zu sein in Hinblich auf die Weltkrise..

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