Bruttomonatsverdienste in West und Ost im 3. Quartal 2008 gestiegen

Montag den 22.12.2008 - Abgelegt unter: Wirtschaft - Keine Kommentare »

Entgegen aller Befürchtungen, die Weltwirtschaftskrise könnte auch die Gehaltsstruktur in unserem Lande nach unten ziehen, spricht die aktuelle Statistik von Destatis, dem Statischen Bundesamt, eine andere Sprache. Im dritten Quartal 2008 kam es zu Gehaltssteigerungen in unserem Lande, die – bis auf den Sommer – in der Lage waren, die Preissteigerungen aufzufangen und die Inflation zu „überbieten“.

So verdiente ein Arbeitnehmer, der Vollzeit im Produzierenden Gewerbe oder im Dienstleistungsbereich beschäftigt war, im 3. Quartal dieses Jahres durchschnittlich 3,0 Prozent mehr als im vergleichbaren Zeitraum des vergangenen Jahres.

Der Bruttoverdienst in ganz Deutschland betrug von Juli bis September 2008 durchschnittlich 3.105 Euro im Monat. Im Westen unseres Landes gab es eine Zunahme von + 2,9 Prozent, wodurch der durchschnittliche monatliche Bruttoverdienst auf 3.224 Euro stieg. Im Osten Deutschlands kam es gar zu einer Steigerung um 3,4 Prozent, wobei der Bruttoverdienst in den neuen Ländern nun bei durchschnittlich 2.355 Euro liegt.

Während des dritten Quartals stieg auch Verbraucherpreisindex, also die Inflationsrate, um 3,1 Prozent, übertraf also die durchschnittliche Steigerung des Bruttoverdienstes um 0,1 Prozent. Wie man jedoch anhand der Gehaltssteigerungen im Osten sehen kann, ist in den neuen Ländern die hohe Inflationsrate des Sommers gut abgefangen worden.

Hohe und niedrige Verdienstanstiege im Überblick

Bereits zum zweiten Mal in Folge steht das Gastgewerbe sehr schlecht da mit den Anstiegen des Verdienstes. Hier kam ein Vollzeitbeschäftigter durchschnittlich nur auf 1.890 Euro im Monat, was die geringste Verdienststeigerung aller Wirtschaftszweige ist. Dies bedeutet ein Plus von nur 1,9 Prozent und zeigt, dass hier, in diesem für die Gesamtwirtschaft so wichtigen Gewerbe, dringend Handlungsbedarf gegeben ist.

Den höchsten Anstieg beim Verdienst, verglichen mit dem dritten Quartal des vergangenen Jahres, gab es im Bergbau und der Gewinnung von Steinen und Erden zu verzeichnen. Hier kam es zu einem Gehaltszuwachs von plus 5,3 Prozent. Bei den Beschäftigten in der Energie- und Wasserversorgung kam es zu einem Anstieg des durchschnittlichen Gehalts (für einen Vollzeitbeschäftigten) um 4,7 Prozent. Ein wenig weniger, aber immer noch weit über der Inflationsrate des Sommers liegend, stiegen die Gehälter der auf Vollzeit Beschäftigten im Kreditgewerbe, im Versicherungsgewerbe und auch bei den Beschäftigten im Baugewerbe. Hier stieg das durchschnittliche Gehalt um 3,8 Prozent.

Interessant ist, was das Statistische Bundesamt in seiner aktuellen Veröffentlichung zu den durchschnittlichen Bruttomonatsverdiensten zum Kreditgewerbe und zum Fahrzeugbau sagt: „Im Zuge der globalen Finanzkrise stehen derzeit insbesondere das Kreditgewerbe und der Fahrzeugbau im Fokus der öffentlichen Diskussion. Im Kreditgewerbe waren im dritten Quartal 2008 sowohl der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst (3 978 Euro) als auch der Verdienstanstieg gegenüber dem Vorjahr (3,5 Prozent) überdurchschnittlich hoch. Die Verdienste im Fahrzeugbau (3 801 Euro) lagen ebenfalls deutlich über dem Durchschnitt, im Vergleich zum Vorjahr war der Verdienstanstieg mit + 2,7 Prozent allerdings unterdurchschnittlich.“

Hieraus kann man gerade im Bereich des Kreditgewerbes eine deutliche Kritik herauslesen, die es wert ist, darüber nachzudenken. Auf der einen Seite haben Banker auch in unserem Land Milliarden von Euro verschleudert, auf der anderen Seite sind sie es, die fast am meisten in unserem Lande monatlich verdienen. Hier hängt, wenn man es umgangssprachlich ausdrücken mag, der Hammer ganz schön quer und sollte unbedingt wieder gerade gerückt werden.

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