Die Wirtschaftspolitik von Barack Obama und John McCain

Montag den 3.11.2008 - Abgelegt unter: Politik - Keine Kommentare »

Viele Amerikaner fragen sich zurzeit, wer für ihr Land zukünftig der bessere Nachfolger von George W. Bush wäre. Zur Wahl angetreten ist seitens der Republikaner John McCain, bei den Demokraten ist es der Kandidat Barack Obama. Letzterer konnte sich vorab bei den Vorwahlen gegen Hilary Clinton durchsetzen.

Pläne für die Zukunft der Vereinigten Staaten haben beide Kandidaten. Das einzig identische Ziel ist hierbei, die Amerikaner weitestgehend vor den Folgen der Finanzkrise zu bewahren.

Der Demokrat Obama will die Ungleichheit von Arm und Reich vermindern. Sein Ziel ist unter anderem eine Steuersenkung für Geringverdiener, im Gegenzug dazu sollen die Steuern für besser verdienende Amerikaner deutlich steigen. Die eingenommenen Gelder der Besserverdiener sollen den von der Finanzkrise betroffenen Einwohnern Amerikas zu Gute kommen.

Des Weiteren schlägt der farbige Kandidat der Demokraten einen Stopp für Zwangsversteigerungen, mindestens in den ersten drei Monaten vor. Diese neue Reglung soll den angeschlagenen Amerikanern ein wenig Luft verschaffen. Wie Obama betonte, bliebe den verzweifelten Hausbesitzern keine Möglichkeit, zukunftsgerichtet zu planen, wenn ihnen ihr Haus von dem einen auf den anderen Tag weggenommen werden könnte. Außerdem soll die Steuerbelastung für Firmen und Unternehmen sinken, die neue Arbeitnehmer einstellen um somit Arbeitsplätze schaffen und den US-Markt wieder anzukurbeln. Deutlich zu erkennen ist, dass sich die Wirtschaftspolitik Obamas auf die durchschnittliche Mittelschicht der USA richtet.

Im Gegensatz hierzu steht das Wahlprogramm von John McCain. Er verspricht den Gutverdienern Amerikas zukünftig drastische Steuersenkungen. Darüber hinaus plant er eine Senkung der Unternehmenssteuer von 35 Prozent auf 25 Prozent. Ziel ist es, die lahmende Wirtschaft der USA voranzutreiben. Durch die finanzielle Entlastung der Unternehmen sollen diese angespornt werden, neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Auch verspricht der Republikaner ein 52-Milliarden-Dollar-Paket für die Mittelschicht. Nach seinen Plänen sollen Arbeitslosengelder in absehbarer Zeit nicht mehr besteuert und die Bürger somit zusätzlich entlastet werden. Weiterhin ist eine Absenkung der Steuern auf Pensionsrücklagen geplant. Sollte der Republikaner die Wahl gewinnen, so sein Versprechen, wird seine Regierung ein halbes Jahr lang für alle Spareinlagen (Girokonten, Tagesgelder, Festgelder) die Garantie übernehmen.

Das unabhängige Tax Policy Center berichtete nach einer Untersuchung, dass Besserverdienende nach Obamas Vorschlägen bei einem Jahreseinkommen von mehr als 600.000 Dollar mit 93.709 Dollar zusätzlich belastet werden würden. Im Gegensatz hierzu lautet McCains Versprechen, jene Topverdiener bei gleichem Einkommen um 48.860 Dollar zu entlasten. Zudem möchte der Demokrat bedürftige Rentner, Senioren im Alter von über 65 Jahren, komplett von Steuern jeglicher Art befreien. Auch befürwortet er Steueranreize für erneuerbare Energien.

Nun scheint es die Zeit der Wirtschaftsberater zu sein im US-amerikanischen Wahlkampf. Während bei den letzten Präsidentschaftswahlen noch die Außenpolitik die größte Gewichtung zu haben schien – die Frage nach dem Ja oder Nein von US-Soldaten im Irak zum Beispiel -, und auch die Gesundheitspolitik wichtiger zu sein schien als die Wirtschaftspolitik, so scheinen nun alle Zeichen auf die Wichtigkeit der US-amerikanischen Finanzwelt zu stehen.

Die Krise hat ein ganzes Land erschüttert, und nun muss der kommen, der sein Land wieder aus der Krise zieht. Gerade hier scheint Barack Obama auch seine Chancen zu sehen. Wie ein Messias wirkt er manchmal, ein selbstgewählter Heiliger, der alle Regeln der Redekunst und des Gestikulierens beherrscht. Doch ob er der Richtige ist, wird sich nach der Auszählung der Stimmen und dem Eintritt in das Präsidentenamt zeigen. Noch liegt er bei Umfragen klar vorne. Doch ist eines sicher bei den US-Wahlen: Sie waren und sind immer für Überraschungen der interessantesten Art und Weise gut. Noch ist Obama nicht US-Präsident, ob er es jemals werden wird, werden die Auszählungen nach dem morgigen Tag, dem Tag, an dem ein so wichtiges Wirtschaftsland seinen neuen Präsidenten wählt, zeigen.

Eines ist jedoch sicher: Aufgrund der aktuellen Finanzkrise wird es der zukünftige Präsident der Vereinigten Staaten in jedem Fall schwer haben. Ihm sind nur kleine Spielräume gegeben, da sich der Staat in den letzten Jahren hoch verschuldet hat (siehe dazu unsere Statistiken auf http://www.online-kredite.com/statistiken/staatsverschuldung-deutschland-usa.html).

Ein von den Demokraten dominierter Kongress würde McCain vor eine zusätzliche Problematik stellen, denn so würde es für ihn relativ schwer werden, Anhänger und Befürworter seiner Vorhaben zu finden.

Ganz gleich wer in der kommenden Woche zum künftigen Präsidenten der USA ernannt wird, so stellt dieser Wahlsieg sowohl für Obama als auch McCain vor eine harte Herausforderung dar. Einer der zwei Kandidaten wird ein ganzes Volk beschwichtigen müssen, um wieder Ruhe in das Land einkehren zu lassen.

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