Geldanlage bei deutschen Banken wird immer attraktiver

Freitag den 17.10.2008 - Abgelegt unter: Geldanlage - Keine Kommentare »

Während es jahrelang den Anschein hatte, als würden die Sparer lieber im Ausland und bei ausländischen Geldinstituten anlegen, nur um ein paar Basispunkte mehr bei den Zinsen zu ergattern, so hat sich das Bild nun gewandelt.

Nach dem Niedergang der drei Banken des Inselstaates Island, Landsbanki, Kaupthing und Glitnir, und der zum größtenteils verlustig gegangenen gesparten Gelder von 50.000 Sparern zeichnet sich eine Trendwende ab. Die deutschen Sparer haben die inländischen Banken und Sparkassen wiederentdeckt. Und diese erhöhen gerade, trotz des gesunkenen Leitzinssatzes, ihre Zinskonditionen für Angebote von Tagesgeld als auch Festgeld und machen sich dadurch um einiges attraktiver.


Mercedes-Benz Bank
Zwar schauen die geprellten Sparer in die Röhre, auf der anderen Seite geht in dem „Land der Sparer“, wie Deutschland oftmals in aller Welt genannt wurde, eine Wende vor sich. Der Trend geht wieder zu deutschen Banken hin, bei denen die Einlagen zu 100 Prozent sicher sind und weg von Banken, die zwar in Deutschland Niederlassungen haben, aber nicht dem freiwilligen Sicherungsfonds der Banken oder anderen Sicherungseinrichtungen angegliedert sind.

Und auch die Garantieerklärung der Bundesregierung für das gesparte Geld bei deutschen Banken sorgt dafür, dass Anleger endlich ein berechtigtes Vertrauen zu den Banken im eigenen Land haben. Durch das heute abgesegnete und kurz darauf bereits von Bundespräsident Köhler unterschriebene Eilgesetz zur Stabilisierung der Finanzwirtschaft werden die Banken auch nicht mehr ganz machen können, was sie wollen. Der Bund wird sich indirekt durch stille Einlagen und direkt über Aktien und Einlagen mit 80 Milliarden Euro an den Banken beteiligen. Diese Staatsbeteiligung ist ein Mittel, um Finanzinstitute besser kontrollieren zu können und auch ein Mitspracherecht einfordern zu können.

Denn gerade dies ist letztlich das, was in den letzten Jahren versäumt wurde und weltweit und auch bei uns zum Ausufern der Kreditkrise geführt hatte: Die mangelnde Kontrolle der Banken, und auch deren mangelnde Kontrolle über ihre Mitarbeiter. Hier sei nur an Jérôme Kerviel erinnert, der zu Beginn dieses Jahres durch seine unkontrollierten Spekulationen an der Börse die ganze Finanzwirtschaft in Misskredit brachte.

Hier zeigte sich auf der einen Seite, wie wenig Überblick es auch innerhalb der Großbanken zu geben scheint. Auf der anderen Seite wurde dabei offensichtlich, dass bei verschiedenen Banken zielgerichtet mit Spekulationen gearbeitet wurde, die höchst risikoreich waren und bei vielen Banken zu Verlusten und darauf folgenden Abschreibungen in Milliardenhöhe führten.

Seit heute pfeift der Wind jedoch aus einer anderen Richtung. Bund und Länder gehen damit einen besseren Weg durch die Staatsbeteiligungen, als wenn sie die Banken, wie von einigen gefordert, verstaatlichen würden.

Der Staat ist nicht die Oberaufsicht über die Banken und sollte dies auch nicht sein, da sonst der Wettbewerb unter den Banken auf das Massivste beschädigt werden würde. Und dies wäre eines ganz sicher nicht: Im Sinne der Anleger und Sparer. Denn genau hier macht der Zins den Unterschied und die sonstigen Konditionen.

Deshalb braucht es in Deutschland – und auch in Europa und den USA – keine verstaatlichen Banken. Die Verstaatlichung tötet den Wettbewerber und schadet damit den Sparern bei der eigenen Geldanlage wie auch den Banken an sich. Island wollte es vormachen mit der Verstaatlichung von Landsbanki, Kaupthing und Glitnir und ist dabei ganz böse auf dem Glatteis ausgerutscht.

Wie tief und weitreichend die Verletzungen dieses Verstaatlichungs-Unfalles sein werden, kann nun noch nicht gesagt werden. Island als Wirtschafts- und Finanzstandort hat dieser Weg jedoch sehr geschadet und das Vertrauen in Islands Finanzwirtschaft erheblich gestört, wenn nicht gar auf lange Zeit und lange Sicht ganz zerstört.

Deutschland aber ist mit dem Stabilitätspaket zur Rettung der Finanzwirtschaft in unserem Land auf dem richtigen Weg eingeschlagen. Die Banken übrigens auch mit ihrer Verbesserung der Konditionen für Tagesgeld und Festgeld.

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