Ebay und Amazon machen Dampf – mit Pauschalpreis für Profihändler und PayPal-Konkurrenz

Mittwoch den 20.08.2008 - Abgelegt unter: Allgemein - Keine Kommentare »

Nachdem das Internet immer mehr zur Handelsplattform Nummer Eins wird, geht nun auch Ebay wieder einen neuen Weg. Für gewerbliche Kunden soll es ab September einen Pauschalpreis geben. Dies soll die lästigen Kleingebühren und bisherigen Angebotsstrukturen ersetzen, die viele Profihändler oft vor dem Gang auf die Auktionsplattform abgeschreckt hatten. So können diese nun ab dem 25. September für den Pauschalbetrag von 299 Euro pro Monat eine unbegrenzte Anzahl von Artikeln beim Branchenführer Ebay einstellen. Dann wird auch nur noch zwei Unterscheidungen in der Angebotsstruktur geben: Zwischen Angeboten zu einem festen Preis und zwischen Auktionen. Die Shop-Artikel der Profihändler sind dann in der Kategorie der Festpreisartikel enthalten.

Doch wer von den gewerblichen Kunden keine 299 Euro für ein paar Artikel locker machen möchte, der kann es auch anders haben. Als zweites Angebot stellt Ebay, ebenfalls zum 25. September, ein neues Angebots- und Verkaufsprovisionsmodell zur Wahl. Zu einem Grundpreis von monatlich 19,95 Euro können die Artikel dann eingestellt werden. Pro eingestelltem Artikel kommen dann noch Einstellgebühren von einem bis zehn Cent dazu. Außerdem kommen hierauf die Verkaufsprovisionen, die je nachdem zwei bis elf Prozent des erzielten Verkaufspreises betragen. Je nach Produkt kann der Gesamtbetrag, der an Ebay zu zahlen ist, dann zwischen sechs und 17 Prozent des erlösten Preises betragen.

Der Geschäftsführer von Ebay Stefan Groß-Selbeck, warf ein, dass es im Einzelfall auch zu höheren Kosten als bisher kommen könnte. Der Vorteil sei jedoch, dass die Provisionen, die ja den Großteil der Gebühren ausmachen, nur dann anfallen, wenn der Artikel auch wirklich verkauft werden konnte. Eine neue Suchfunktion, die vor einer Woche eingeführt wurde, führt inzwischen jedoch zum Unmut der Kunden der Auktionsplattform.

Derweil bläst der größte Handelskonkurrent – Amazon – in ein neues Horn im Kampf um Kunden und Umsätze. Ganz heimlich, still und leise wurde nach einem nur kurzen Öffentlichkeitsvorlauf der Dienst „Checkout by Amazon“ gestartet, der auch anderen Händlern des Onlinemarktes geöffnet ist. Noch ist der Zahldienst nur in den USA nutzbar, wird aber im Laufe der Zeit sicher nach Europa und damit auch nach Deutschland kommen.

„Checkout by Amazon“ ist der direkte Konkurrent von PayPal und könnte diesem so einige Kunden abwerben, nachdem sich der Ebay-eigene Bezahldienst vom kostenlosen Service zu einem teuren Vehikel entwickelt hat. Die komplette Bezahllösung von „Checkout by Amazon“ bietet unter anderem einen „One Click“ für einen schnellen Kauf auf einen (Maus-)Klick. Außerdem gibt es Tools, so genannte Werkzeuge, für den wichtigen Punkt der Verwaltung der Versandkosten.

Des Weiteren bietet der auch neue Dienst „Amazon Simple Pay“ den Kunden von Amazon die Möglichkeit, ihre bei Amazon eingegebenen Accountdaten wie zum Beispiel die Lieferdaten und die Bezahldaten wie etwa Beispiel die Daten zum eigenen Bankkonto oder Nummer der eigenen Kreditkarte auch bei anderen Onlinehändlern zur Bestellung und zum Kauf verwenden zu können. Mark Stabingas, der Vice President bei Amazon Payments, sagte über die hauseigene Konkurrenz zum Kontrahenten Ebay: „Die Nutzer erwartet ein Erlebnis, das vergleichbar mit dem ist, was sie von Amazon kennen. Die Leute werden diese Vertrautheit und den Komfort mögen.“

Zwar wird Ebay kaum den großen Konkurrenten auf dem eigenen Gebiet agieren lassen. Das braucht „Checkout by Amazon“ auch nicht. Viele ehemaligen PayPal-Kunden suchen längst nach einer Alternative. In den USA gibt es sie jetzt. Vielleicht – oder eher hoffentlich – auch bald in Deutschland?

Beide Unternehmen, Amazon wie Ebay, widersetzen sich mit ihren Neueinführungen jedoch einem ganz sicher: Der weltweit grassierenden Wirtschaftskrise. Zwei der wichtigsten Unternehmen dieser Welt zeigen damit der Krise die Flagge und setzen der Zukunft ein positives Zeichen. So werden zwei große Konkurrenten zugleich auch zu Vorreitern. Weitere Unternehmen sollten diesem Beispiel Folge leisten, um der Finanzkrise endlich wirklich die Stirn bieten zu können.

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